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Forschung

In diesem Abschnitt gehen wir auf das Visual-Snow-Snydrom aus wissenschaftlicher Sicht ein.

Das Visual-Snow-Syndrom ist eine offiziell anerkannte neurologische Störung (Code ICD-10 53.8), deren genaue Entstehung und Pathomechanismus bisher noch nicht hinlänglich geklärt sind. Bekannt ist, dass bei Patienten des Visual-Snow-Syndroms ein Hypermetabolismus und die Vergrößerung des kortikalen Volumens im extrastriaten visuellen Kortex an der Kreuzung des rechten lingualen und fusiformen Gyrus vorliegt. Außerdem wurden Veränderungen des Stoffwechsels und des Volumens der grauen Substanz im Temporallappen, im limbischen System und im Parietallappen festgestellt.
Außerdem zeigen Patienten mit VSS eine Hyperkonnektivität zwischen extrastriaten visuellen und inferioren temporalen Hirnregionen sowie zwischen präfrontalen und parietalen (Winkelkortex) Hirnregionen.
Darüber hinaus zeigen Patienten eine erhöhtes Volumen grauer Substanz im rechten Gyrus lingualis.
Es ist zudem eine veränderte Konnektivität innerhalb des visuellen Netzwerks; zwischen Thalamus/Basalganglien und dem Gyrus lingualis; zwischen dem visuellen Bewegungsnetzwerk und sowohl dem Standardmodus- als auch dem Aufmerksamkeitsnetzwerk entdeckt worden. Darüber hinaus weisen Patienten mit VSS eine verringerte Konnektivität bei externem sensorischem Input innerhalb des Salienznetzwerks und zwischen V5 und Precuneus auf. VSS ist durch eine weit verbreitete Störung der funktionellen Konnektivität verschiedener Gehirnsysteme gekennzeichnet. Diese Dysfunktion betrifft die präkortikalen und kortikalen Sehbahnen, das visuelle Bewegungsnetzwerk, die Aufmerksamkeitsnetzwerke und schließlich das Salienznetzwerk; darüber hinaus gibt es Hinweise auf anhaltende Veränderungen sowohl in Ruhe als auch während der Verarbeitung visueller Reize.

Wodurch und weshalb diese Änderungen im Gehirn ausgelöst werden, wird zur Zeit noch erforscht. Als wahrscheinlich gilt, dass es sich beim Visual-Snow-Syndrom um eine sogenannte thalamokortikale Dysrhythmie handeln könnte. Dies bedeutet, dass die normale Resonanz durch Veränderungen im Verhalten der Neuronen im Thalamus gestört wird. Damit würde sich Visual Snow, was den auslösenden Mechanismus angeht, vermutlich mit anderen neurologischen Störungen wie Depression, Epilepsie, Schizophrenie und OCD einreihen. Nachhaltig bewiesen ist diese Hypothese bisher jedoch noch nicht. Es gibt außerdem auch Studien, die möglicherweise auf andere Hypothesen schließen lassen, wie etwa Schäden an der Myelinschicht in der weißen Hirnsubstanz.  Die Studienlage ist hierzu jedoch sehr dünn und nicht aussagekräftig.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es sich bei Visual Snow nicht um einen strukturellen Schaden am Gehirn handelt. Vielmehr scheint eine Funktionsstörung vorzuliegen. Dies ist insofern eine gute Nachricht, als dass Visual Snow damit zumindest theoretisch nicht irreversibel sein sollte. Glücklicherweise befindet sich die Forschung am VSS momentan in einem Boom. Jeden Monat gibt es weltweit neue Studien, und es laufen sogar diverse klinische Studien parallel. Da es dadurch stets neue Erkenntnisse gibt, wird dieser Abschnitt voraussichtlich häufig aktualisiert.

Wir sind uns bewusst, dass dieser Abschnitt für viele Patienten sehr schwierig zu verstehen ist und sehr viel Fachjargon enthält. Es war uns jedoch ein Anliegen, zumindest auf einer Seite den bisherigen Stand der Forschung genau wiederzugeben. Denn wer des Englischen nicht mächtig ist, hat bisher keine Möglichkeit, die oben stehenden Informationen zu erlangen.

Hier findet ihr die entsprechenden Studien, falls ihr euch noch weiter in die Materie einlesen möchtet: